Javier Gomez Noya

Javier Gomez Noya

''Rio ist mein wichtigstes Ziel dieses Jahr, ich stecke all meine Energie in dieses Rennen.''

挑戦は続く

Der Weg nach Rio

 

Javier Gomez Noya blickt zurück, wie seine Liebe zum Triathlon entstand, wie die schwierigen Momente in seiner Karriere ihn immer stärker gemacht haben und wie er sich auf seinem Weg zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro motiviert.

MIZUNO: Wie bist du überhaupt Triathlet geworden? Was fasziniert dich an diesem Sport und was gibt es dir?

JGN: Eigentlich bin ich Schwimmer. Als Kind habe ich mit dem Schwimmteam meiner Heimatstadt Ferrol trainiert und bin auch Rennen geschwommen. Zu dieser Zeit trainierten auch einige Triathleten im gleichen Schwimmbad wie wir. Sie merkten schnell, dass ich ein bisschen anders war als die anderen da ich auch oft gelaufen und Fahrrad gefahren bin – nur so zum Spaß. Eines Tages überredeten sie mich bei einem Triathlon mitzumachen, da war ich 14. Seit diesem Tag bin ich fasziniert von dieser Sportart die mir so vieles gegeben hat: all meine Freunde und mein soziales Leben drehen sich um diesen Sport. Triathlon ist wirklich eine Lebenseinstellung, denn ich bin vom Aufwachen bis zum Einschlafen 100% mit dem Thema Triathlon beschäftigt. Ich verdanke diesem Sport sehr viel.

 

MIZUNO: Manchen Leuten fällt es schon schwer sich für eine Sportart zu motivieren und dort immer besser zu werden. Im Triathlon musst du in gleich drei Sportarten top sein: schwimmen, laufen und radfahren. Musst du also dreimal so hart trainieren? Wie motivierst du dich dafür?

JGN: Ich glaube eher, dass es einem sogar mehr zurückgibt wenn man für drei verschiedene Disziplinen trainiert statt nur für eine. Natürlich fordert es einem viel ab,  aber ich bevorzuge es auf jeden Fall, mich an jedem Tag mit einer der drei Disziplinen zu beschäftigen als mich nur auf eine einzige Disziplin zu fokussieren. Die Motivation kommt bei mir automatisch. Triathlon ist meine Leidenschaft und die habe ich zum Beruf gemacht. Ich kann mich sehr glücklich schätzen!

 

MIZUNO: Du nimmst an vielen verschiedenen Wettkämpfen rund um den Globus teil. Bist du niemals erschöpft und müde?

JGN: Klar, das Reisen ist eine Herausforderung der man sich stellen und die man auch gut im Griff haben muss, sonst riskiert man Verletzungen. Fliegen, Flughäfen und der Jetlag sind sehr ermüdend. Das sind zusätzliche Stressfaktoren, die einen auf Trab halten.

 

MIZUNO: Das CSD (Nationaler Sportrat Spaniens) hat dir gleich zweimal die internationale Startlizenz entzogen. Wie hast du die Kraft und den Mut gefunden, zweimal dagegen anzukämpfen?

JGN: Zu dieser Zeit war ich noch ein Teenager der einfach nur machen wollte was ihm Spaß macht. Da dachte ich noch gar nicht daran, Rennen zu gewinnen oder Weltmeister zu werden. Mir hat das Training genau so viel Spaß gemacht wie heute. Andererseits gab es natürlich sehr schwierige Momente für mich. Die Unterstützung meiner Familie und meines engsten Freundeskreises hat mir sehr geholfen, diese Zeit durchzustehen. Zurückblickend kann ich sagen, dass all die schwierigen Situationen, die ich durchgestanden habe, mich mental stärker gemacht haben.        

 

MIZUNO: Die meisten Leute denken an die Copacabana und an den Karneval wenn sie an Rio de Janeiro denken. Woran denkst du als erstes?

JGN: Ich denke auch an die Copacabana, weil dort auch der Triathlon stattfinden wird. Aber an den Karneval denke ich nicht… haha. Rio ist mein größtes Ziel für dieses Jahr; ich stecke all meine Energie in dieses Rennen. Jedenfalls höre ich das Wort „Rio“ viel zu oft im Moment. Jeder erinnert mich ständig daran, wünscht mir Glück für die Vorbereitung und das Rennen. Da realisiert man dann, dass Olympische Spiele ganz anders sind als jeder andere Wettkampf. Jeder, auch sportlich nicht so interessierte Leute kennen die Olympische Spiele.

 

MIZUNO: Wie bereitest du dich auf Rio vor? Gibt es Veränderungen im Vergleich zu 2012?

JGN: Ja, ich werde vermutlich weniger Rennen bestreiten als vor den Olympischen Spielen 2012. Rio hat natürlich eine ganz andere Strecke als London, die Radstrecke hat eine stetige Steigung, noch dazu die feuchten und heißen Wetterbedingungen in Rio im August – es wird also ein ganz anderes Rennen werden. Ich denke, die Laufstrecke wird nicht so schnell sein wie in London da die Radstrecke zuvor sehr fordernd ist. Man muss schon in allen drei Disziplinen sehr solide sein um Chancen auf den Sieg zu haben.

 

MIZUNO: Hast du eine bestimmte Routine vor wichtigen Wettkämpfen wie dem in Rio?

JGN: Die Vorbereitung vor dem Rennen ist immer gleich; ich schwimme, radle und laufe ein bisschen vor dem Start. Die letzte Mahlzeit gibt es 4 Stunden vor dem Start.

 

MIZUNO: Stell dir vor du stehst in Rio am Start. Was geht dir durch den Kopf?

JGN: Ich werde vermutlich sehr fokussiert auf das Signal zum Schwimmstart sein und mich dann darauf konzentrieren so schnell wie möglich zur ersten Boje zu kommen. Im Triathlon kannst du ein Rennen an der ersten Boje verlieren wenn deine Position nicht ideal und die Schwimmgegner sehr schnell sind. Dort kann das Rennen bereits vorbei sein, denn wenn du nicht in  der Spitzengruppe bist, hast du keine Chance auf eine Medaille.

 

MIZUNO: Du hast ja bereits jeden wichtigen internationalen Triathlon-Titel gewonnen – bis auf Olympisches Gold. Ist das dein ultimatives Ziel? Was kommt nach Rio?

JGN: Nein, das ist nicht mein ultimatives Ziel, aber es ist im Moment das wichtigste. Was nach Rio kommt weiß ich jetzt noch nicht. Ich muss darüber nachdenken, ob mein Fokus auf der olympischen Distanz bleibt oder ob ich mich auf die Langdistanz verlegen werde. Ehrlich gesagt weiß ich das noch nicht, aber ich denke im Moment auch noch nicht darüber nach.

 

MIZUNO: Was kommt dir in den Sinn wenn du “Never stop pushing” hörst? Was bedeutet es für dich?

JGN: Ich identifiziere mich total mit dem Slogan, denn das ist meine Auffassung von diesem Sport. Nicht nur während eines Wettkampfs sondern, sogar noch wichtiger, im täglichen Training. Natürlich kann man nicht bei jedem Workout auf 100% gehen, aber ich finde es wichtig, eine tägliche Routine zu haben und man muss auch Opfer bringen. Z.B. immer um 6 Uhr aufstehen - ohne Fleiß kein Preis.